Streitschlichtung

 

Gewalt ist ein Phänomen! Mediation ist phänomenal!

 

Konflikte wird es immer geben, sie können sogar sehr anregend sein und alle weiterbringen. Sie werden erst ein Problem, wenn sie nicht angemessen bearbeitet werden oder gar in Beleidigungen, Verletzungen oder Gewalt eskalieren. Wir brauchen andere Lösungen für einen Streit. Das bietet Mediation an.

Mediatorinnen und Mediatoren helfen Streit- und Konfliktparteien, Lösungen zu finden, die von allen Seiten als Gewinn angesehen werden.

Wie sieht das nun praktisch an unserer Schule aus?

Zurzeit besteht das Mediatorenteam aus zwei Schulmediatorinnen und acht Schülermediatorinnen und –mediatoren. Diese können im Konfliktfall von den Schülern direkt angesprochen und ein Termin für ein Mediationsgespräch verabredet werden. Auch die Terminabsprache über die Klassenlehrer oder die Schulleitung ist möglich.

Im Mediationsgespräch werden zunächst die Regeln für die Sitzung besprochen, die Zustimmung der Teilnehmenden eingeholt, das Mediationsverfahren erklärt und die Rolle der Mediatoren erläutert.

Dann erhalten die Streitenden die Gelegenheit, ihren Standpunkt darzustellen und von dem Konflikt zu berichten - jeder aus seiner Sicht.

Anschließend wird nach den persönlichen Gründen der Betroffenen für den Streit gesucht. In der nächsten Phase des Gespräches überlegen die Konfliktparteien, wie der Streit hätte anders verlaufen können und denken somit bereits über mögliche Lösungen für die Zukunft nach.

Zum Schluss des Gespräches erarbeiten die Streitpartner Ideen für ein besseres Miteinander in der Zukunft. Evtl. werden auch Ideen zu den Möglichkeiten der Wiedergutmachung für entstandenen materiellen oder seelischen Schaden entwickelt. In einer Schlussvereinbarung werden die Ergebnisse schriftlich festgehalten und die Streitpartner und Mediatoren unterschreiben gemeinsam diesen Vertrag. Nach einer Terminabsprache zur Nachkontrolle endet das Mediationsgespräch.

Seit 2004 werden an der Käthe-Kollwitz-Schule regelmäßig neue Schülermediatoren ausgebildet. Hierzu fahren interessierte Schülerinnen und Schüler (in der Regel des 7. oder 8. Jahrgangs) zu einer dreitägigen Grundausbildung in ein Freizeitheim der näheren Umgebung. Hier werden sie schrittweise mit den Phasen des Mediationsgespräches vertraut gemacht und lernen neben den erforderlichen theoretischen Kenntnissen, sich im Rollenspiel als Mediator zu erproben. Die Ausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen, in der ein Konfliktfall simuliert wird, den die künftigen Schülermediatoren in einem entsprechenden Schlichtungsgespräch bearbeiten.

Darüber hinaus findet für die Mediatoren regelmäßig eine Mediatons-AG statt, in der sie weiterhin begleitet werden.

Jeder Schülermediator bekommt eine Bemerkung in das Zeugnis, die ihm bescheinigt, dass er die Ausbildung zum Schülermediator absolviert und als solcher auch an der Schule mitgearbeitet hat. Diese wird auch von zukünftigen Arbeitgebern wert geschätzt, da sie wissen, dass sich hier ein "Teamplayer" bewirbt, der mit entsprechenden sozialen Kompetenzen ausgestattet ist.